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Event #5 der Marketing Natives: “Start Up or Go Home”

Die Marketing Natives (powered by DMVÖ), die Nachwuchsplattform für junge Marketing-Experten, luden am Dienstagabend zu Event #5 „Start Up or Go Home“. Bei der Veranstaltung in der neuen Location im A1 Headquarter in der Lassallestraße gaben Daniel Horak (CONDA), Philip Tropper (Direct-Sales), Karl Edlbauer (hokify) sowie Armin Strbac (Shpock) Experteneinblicke rund um das Thema Marketing für Start-ups und erzählten den rund 200 Besuchern von ihrer Gründungsphase.

Start-ups haben gerade erst begonnen, den etablierten Unternehmen den Rang abzulaufen. Dennoch gelten sie bereits jetzt als die neue Avantgarde des Unternehmertums. Welche Startschwierigkeiten dabei jedes Start-up durchlaufen muss und welche Wege letztlich zum Erfolg führen, war Thema des fünften Events der Marketing Natives. Zwischen den Keynotes verliehen die Marketing Natives der Veranstaltung ein weihnachtliches Flair: Besucher hatten die Möglichkeit Google Cardboards, Jahres-Abos von medianet, Infoscreen-Überraschungsgeschenke sowie einen Miniatur-Tischtennis-Tisch, „Dishtennis“, im MARMIND-Design zu gewinnen. Moderiert wurde der Abend vom österreichischen Content Marketing Experten Andreas Tatzreiter.

„Eine Start-up-Gründung ist strukturiertes Scheitern“
Daniel Horak
(Managing Partner, CONDA) sprach als selbsternannter “Dinosaurier” der Start-up-Szene über die Dos und Don‘ts des Start-up-Marketings. Als grundsätzliche Schwierigkeit sah er dabei das österreichische Mindset: Scheitere man in Österreich, habe man es nicht einfach. Wesentlich für Start-up-Marketing sei das Minimax-Prinzip – mit minimalen Ressourcen müsse man das Maximum herausholen. „Viral“ zu gehen funktioniere als Vorsatz nicht, dies komme eher von selbst. Eine grundlegende Fehleinschätzung sei auch, dass Social Media-Marketing nichts koste. Auch Guerilla-Marketing klappe nur, wenn man es sich leisten kann. Ebenfalls sei es wesentlich, sich in SEO und SEM auszukennen. Gutes Start-up-Marketing müsse eine Geschichte erzählen und sinnvollen Content schaffen – zum eigenen Thema aber auch zu Themen, die im Umfeld des Unternehmens sind. Nur so könne man Reputation aufbauen, in dem was man tut. All dies klappe nur, wenn man selbst auch die eigene Marke ist. Der wichtigste Grundsatz für Horak ist allerdings: „Habt Spaß und seid mutig!“

„Jeder kann Vertrieb lernen“
Philip Tropper
(Geschäftsführer, Direct-Sales) konzentrierte sich in seiner Keynote darauf, wie es möglich ist, mit Start-ups profitabel zu sein. Dabei müsse man sich vor allem bewusst machen, dass Vertrieb im Jahr 2016 eigentlich bedeute, stark zu bleiben und nicht aufzugeben. Dies heiße aber auch, dass jeder Mensch Vertrieb lernen kann. Vor allem sei es wichtig, die Frage zu klären, ob man einen Vorteil, Nutzen und Mehrwert für den Kunden liefern könne. Die Technologie bringe dabei viele Vorteile. Man müsse für das Produkt brennen und das dementsprechende Mindset dazu haben. Nur so stecke man Absagen leichter weg und die würden gerade Start-ups häufig zu hören bekommen. „Trainieren, trainieren, trainieren und ihr werdet alle super Verkäufer werden“, sieht Tropper als wesentlichste Vorbereitung für Start-up-Marketing. Dabei gäbe es kaum noch Unterschiede zwischen B2B Marketing und Sales – sie würden bereits sehr ineinander verschmelzen.

„Get out – be personal“
Karl Edlbauer
(Co-Founder & CMO, hokify) gab Einblicke in die Anfänge und die Entwicklung der Jobplattform hokify. Der Ausgangspunkt für die Gründung von hokify sei gewesen, dass die Jobsuche weder sexy noch mobil möglich sei und auch die Arbeitgeber mit der momentanen Situation nicht glücklich gewesen wären. Als ersten Meilenstein sieht Horak das Erreichen der ersten tausend User. Hier müsse man nach dem Prinzip „Get out – Be personal“ erstes, ehrliches Feedback einholen um die Probleme zu verstehen. Danach wäre Investment nur dann zu holen, wenn man überzeugt sei, dass man wachsen kann und alles bereit dafür ist. Ein weiterer Schritt wäre, seinen Top Quality User zu finden und Barrieren sowie Potenziale zu identifizieren. Erfolgreiche Strategien wären vor allem Inbound Marketing und Storytelling. „hokify kämpft aber mit einem ‚Datingplattform-Problem‘: Wir lieben es, wenn unsere User schnell wieder weg sind“. Darum sei es wichtig, Mehrwert für Langzeituser zu generieren, zum Beispiel in Form eines YouTube-Channels oder Blogs mit allgemeinen Tipps und Expertenrat. Ein grundlegendes Credo für erfolgreiches Start-up-Marketing sei jedoch die individualisierte Ansprache. Nur so könnten Unternehmen dem User einen Mehrwert liefern;

„Man muss dorthin gehen, wo es weh tut“
Armin Strbac
(Co-Founder, Shpock) stellte das Erfolgskonzept der Flohmarkt-App Shpock vor. Ein erster wesentlicher Schritt sei, seine User kennenzulernen. Dafür müsse man die richtigen Fragen stellen und dürfe keine Freunde befragen. Die Entwicklung einer App zwinge einen dazu, einfach zu sein. Es ginge aber nicht nur darum, User auf die Plattform zu bekommen, sondern es müssten User sein, die die App auch tatsächlich nutzen wollen. Als Hauptaufgabe im ersten Jahr sehe er es daher, zu verstehen, wie man seine User bekommt. Branding entstehe dabei von selbst: „Branding kommt durch die Nutzung. Wir glauben ganz stark an Performance Marketing“. Jeder im Team sollte Experte auf seinem Gebiet sein und müsse so gut sein, dass jedes Unternehmen die Members haben möchte. Dafür müsse man fokussieren. „Man kann Fehler machen, die dazu führen, dass man von heute auf morgen verschwindet. Wenn man sich nicht ständig weiterpusht, bleibt man nicht relevant. Und wenn man nicht relevant bleibt, verschwindet man wieder“. Ein weiterer wesentlicher Punkt sei, sich nie in die Komfortzone zu begeben. Man müsse dorthin gehen, wo es weh tut, denn nur dann lerne man etwas. Man müsse als Start-up auch bereit sein, Sachen wieder zu verwerfen. „Wenn man Sachen ausprobiert, wird man immer scheitern. Aufstehen. Staub abwischen. Krönchen richten. Und weitergehen.“

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