Die EU-Datenschutzgrundverordnung: Angst vor Mündigkeit

Die neue EU-weite Datenschutzregelung bringt nicht mehr Sicherheit für die Bürger, sondern beschneidet die Werbewirtschaft und bedroht das freie Internet. Wir erklären, wie und warum. Zuvor aber noch ein CALL TO ACTION:

Damit wir noch besser für die Interessen unserer Mitglieder eintreten können, bitten wir Sie, sich für die Beantwortung des nachfolgenden kurzen Fragebogens 5 Minuten Zeit zu nehmen:

Umfrage EU Datenschutzgrundverordnung

Durch Ihre Teilnahme helfen Sie mit, dass der DMVÖ Sie und Ihr Unternehmen auf nationaler und EU-Ebene weiterhin bestmöglich vertreten kann. Vielen Dank für Ihren Beitrag zu einem freien Internet!

Niemand ist gegen Datenschutz – jeder ist User!

Das Internet ist heute keine virtuelle Spielwiese für technologieaffine Minderheiten mehr, sondern längst fixer Bestandteil des realen Alltags für jedes Mitglied unserer Gesellschaft. Während man früher via Modem ins Internet einstieg, surfen wir längst nahtlos über Gerätegrenzen hinaus, sind online während wir fernsehen und bezahlen mittels Smartphone. Umso wichtiger ist es, netzpolitische Themen nicht isoliert unter technologischen Aspekten zu sehen,  sondern als gesellschaftliche Angelegenheiten, die alle betreffen. Dazu gehört der transparente Umgang mit Nutzerdaten – denn egal, ob jemand Werbetreibender oder Konsumentenschützer ist, am Ende ist jeder auch Internet-User, der seine eigene Privatsphäre geschützt sehen will.


DMVÖ: Datenschutz ja – aber mit Aufklärung über die Folgen!

Allerdings ist bestmögliche Transparenz nicht gleichbedeutend mit maximaler Beschneidung der Wirtschaft. Die geplante EU-Datenschutzgrundverordnung könnte einen jedoch genau das glauben lassen. Dabei ist die Grundidee durchaus nobel: Mit ihr sollen Internet-User künftig maximale Mitbestimmung bei jeder kleinsten Datenschutzfrage erhalten. In der Theorie fraglos wünschenswert, in der Praxis jedoch nicht anwendbar. Ironischerweise entwickelt sich aus dieser gutgemeinten Absicht des Nutzerschutzes auf Europa-Ebene ein ordnungspolitischer Alptraum. In ihrer aktuellen Form sieht sie vor, dass User jedem Cookie zustimmen müssen, anstatt wie bisher selbst die Wahl zu haben, welche Cookies sie blockieren möchten (Opt-out statt Opt-in). Damit stellt die geplante EU-Datenschutzgrundverordnung eine ernsthafte Gefahr für das freie Internet dar.


Gegen Bevormundung – für ein freies Internet!

Die Konsequenzen wären für Nutzer und Werbetreibende gleichermaßen fatal: Keine Cookies bedeuten fragmentarische Website-Darstellung und keine bedarfsgerechte Werbung. Dies ist der Weg zurück in die Zeiten der Massenwerbung und bedeutet das Ende des kostenfreien, weil werbefinanzierten Internets. Eine faire Datenschutzpolitik ist nicht jene, an deren Ende die Entmündigung der EU-Bürger und die Beschneidung der Wirtschaft steht, die letztlich dafür sorgt, dass die Bürger in einem freien Internet kostenlos mit Informationen – unter anderem eben zur Datenschutzthematik – versorgt werden. Auch die Wirtschaft ist für Datenschutz, aber mit Vernunft und Maß. Statt Angstmache und Bevormundung wären Transparenz und Aufklärung angesagt.


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